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Bei Friedhelm Fröhlich wird heute gefeiert: Pünktlich zu Beginn des
Rentnerdaseins hat er seine Aktienfondsanteile zu Geld gemacht und sich
damit den Grundstock für eine ansehnliche Zusatzrente gesichert. Ende Mai
1990 hatte seine Tippgemeinschaft im Lotto gewonnen. Herr Fröhlich steckte
dann auf Anraten seines Kundenberaters bei der Volkskasse seinen Anteil
von 50.000 EUR in deren Aktienfonds für deutsche Aktien. Gestern freute er
sich über die stattliche Summe von 150.000 EUR auf seinem Girokonto. Wenn
das kein Anlass für eine Spontanparty im Freundeskreis ist!
Zu den
Gratulanten beim Umtrunk in Friedhelms Laubenkolonie zählt auch sein alter
Lottokumpel Zacharias Zynisch, der es sich nach dem Genuss von 13 Gläsern
Spezialbowle nicht nehmen lässt, ihn auf den Umstand hinzuweisen, dass aus
seinem Anteil ein Betrag von 160.000 EUR geworden ist. Die hat ihm nämlich
ein Aktienfonds ähnlicher Konstruktion beschert. Einziger Unterschied:
Zacharias ist Kunde der Spaßbank, und deren Kundenberater hatte ihm einen
anderen Fonds empfohlen. Warum der Volkskassenberater ihm nicht zur
Spaßbankanlage geraten habe, fragt er feinsinnig. Nach einer kurzen
Rangelei versöhnen sich die beiden Fondssparer, und Herr Fröhlich tröstet
sich damit, dass sein Vetter und Mitspieler Gustav Glücklos, dem der
Aktienmarkt zu risikoreich war, lediglich einen Kleckerbetrag von seiner
Kapital bildenden Lebensversicherung überwiesen bekam.
Schlechte Performance
Was die Herren Fröhlich und Zynisch nicht wissen: Die Fondsverwalter,
denen sie in den letzten 10 Jahren ihr Vermögen anvertraut haben, waren
ihr Geld nicht wert! Beide Aktienfonds entwickelten sich in diesem
Zeitraum schlechter als das Kursbarometer des deutschen Aktienmarktes, der
DAX. Diesen Marktdurchschnitt hätten die gut bezahlten Finanzprofis eigentlich schlagen
sollen, denn schließlich wurden sie für ihren Job gründlich ausgebildet.
Weil beide auf die Profis vertrauten, hatten sie es klaglos hingenommen,
dass von ihrem Geld 5% als Ausgabeaufschlag abgezogen wurden. Diese Summe
wurde nicht von den Fondsgesellschaften investiert, sondern großmütig
zwischen verkaufender Bank und Gesellschaften aufgeteilt, um die so
genannten Beratungs- und Vertriebskosten zu decken. Insgesamt waren das
pro Nase also 2500 Euro, für die unsere Kleininvestoren nach Kenntnis der
Fakten wohl eine bessere Verwendung gefunden hätten.
Die
Geldverwalter von Friedhelm und Zacharias sind keine Einzelfälle.
Tatsächlich schaffen es 80% der in deutschen Aktien anlegenden Aktienfonds
nicht einmal, langfristig die Wertentwicklung des DAX nachzuahmen. Dieses
vornehm als Underperformance bezeichnete Verhalten wird
unverständlicherweise fürstlich honoriert. Neben den jährlich dem
Fondsvermögen entnommenen Verwaltungsgebühren (typischerweise 0,5 - 1% des
Fondsvermögens) werden auch die oben erwähnten Ausgabeaufschläge fällig.
Darüber schweigen die Profis: Hier findet man die Fakten
Diese Fakten werden von der Fondsindustrie natürlich nicht gerne
diskutiert. Wer möchte schon zugeben, dass er seinen Job nicht ordentlich
erledigt? Natürlich niemand, denn die Finanzprofis machen hierzulande
trotz schlechter Leistung ein gutes Geschäft! Der Bundesverband der
Deutschen Investmentgesellschaften, BVI, bietet auf seiner Website Performancetabellen der in
Deutschland vertriebenen Investmentfonds zum Download an. Wer diese Zahlen
mit der DAX-Entwicklung vergleicht, die dort leider nicht zu finden ist,
sieht schnell, wie schlecht die professionellen Vermögensmanager arbeiten.
Da wundert es nicht, dass der Gralshüter des Fondssparens auf einen
Vergleich mit dem Marktdurchschnitt verzichtet. Das Zahlenmaterial zum DAX
findet man übrigens bei der Deutschen Börse.
Was tun?
Die schlechte Performance der Fonds ist natürlich nicht nur bei
Einmalzahlungen ärgerlich. Auch an monatlichen Sparplänen verdienen die
Fondsgesellschaften viel Geld, ohne dafür die entsprechende Leistung zu
erbringen. Muss die Masse der deutschen Aktiensparer, diese überbezahlte
unterdurchschnittliche Wertentwicklung akzeptieren, wenn sie lediglich
Beträge von wenigen 100 Euro pro Monat erübrigen kann und deshalb auf
Fonds angewiesen ist? Zum Glück nicht, denn mittlerweile drängen immer
mehr Indexfonds auf den Markt, deren Management die durch aktive
Verwaltung des Vermögens verursachte Underperformance vermeidet, indem es
einfach stur Börsenindizes wie den DAX oder den europäischen EUROSTOXX 50
nachbildet. Diese Fonds schlagen mit ihrer Wertentwicklung automatisch die
Mehrheit aller anderen Aktienfonds und sind außerdem wesentlich
kostengünstiger: Der Ausgabeaufschlag entfällt, und die jährliche
Verwaltungsgebühr hält sich in erträglichem Rahmen.
Verzicht auf
teures Management als Garant für gute Wertentwicklung: So etwas mögen wir! Das erklärt auch den folgenden Eintrag in
einen hier nicht näher genannten Glossar: Fondsmanager = Aktiver Verwalter eines Aktien- oder
Rentenfonds, der allein durch seine Anwesenheit hohe Gebühren und meist
Underperformance verursacht.
Wer jetzt neugierig geworden ist und
mehr über unsere Ansichten zu Fonds lesen will, wird schon im nächsten Schritt fündig!