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Schritt 1: Das 1x1 der Einmalanlagen
© 2013
Unter Rendite stellen wir uns intuitiv jenen Mehrbetrag
vor, der bei einer Geldanlage am Ende zusätzlich übrigbleibt. Geben wir
unserer Bank z.B. 1.000 EUR und bekommen später dafür 1.050 EUR zurück, dann
haben wir 50 EUR Rendite bekommen. Die 50 EUR sind unsere absolute
Rendite. Aber wieviel macht das nun in Prozent?
Dazu müssen wir
diesen Mehrbetrag (50 EUR) ins Verhältnis zu unserer eingezahlten Summe
(1.000 EUR) setzen. Die eingezahlte Summe entspricht 100%. Nun gilt: 50 EUR
/ 1.000 EUR = 0,05 . Die 50 EUR sind also 0,05 * 1.000 EUR, oder 0,05 * 100%
= 5% .
Die oben berechneten 5% sind unsere Gesamtrendite
für diese Anlage. Diese Zahl hilft uns nicht weiter, solange wir
keinen Bezug hergestellt haben zu dem, was gerade passiert, während Du
diese Zeilen liest: Es vergeht ZEIT. Die Amerikaner sagen: Time is Money.
Warum? Nun, es ist so, daß wir Anleger erwarten, einen bestimmten
Mehrbetrag nach Ablauf einer definierten Zeitspanne zu
erhalten.
Der Unterschied wird sofort deutlich, wenn man die Wahl
hat, 5% in einem Jahr oder nach Ablauf von zwei Jahren zu bekommen.
Deswegen ist es üblich, nicht nur die Gesamtrendite zu betrachten, sondern
auch die jährliche Rendite. Dadurch kann man Geldanlagen
verschiedener Dauer miteinander vergleichen.
Was passiert, wenn wir
einer Bank 1.000 EUR zu einem jährlichen Zinssatz von 5% für 2 Jahre
überlassen? Nach Ablauf des ersten Jahres haben wir ein Guthaben von 1.050
EUR, wie wir oben schon gesehen haben. Was geschieht nun, wenn wir die
Zinsen nicht ausbezahlt bekommen, sondern weiter investiert lassen? Die
Bank verzinst im zweiten Jahr auch die zusätzlichen 50 EUR mit 5%. Nach dem
2. Jahre bekommen wir also Zinsen für 1.050 EUR. Bei 5% sind das 0,05 *
1.050 EUR = 52,50 EUR. Insgesamt haben wir nach 2 Jahren ein Guthaben von
1.000 EUR + 50 EUR + 52,50 EUR = 1.102,50 EUR. Die Zinsen für das zweite Jahr
sind höher, weil die Zinsen aus dem ersten Jahr mitverzinst werden.
So sieht es aus, wenn uns die Bank einen festen Zinssatz
verspricht. Es geht aber auch andersherum: Dann vereinbart man nicht einen
festen Zinssatz für den eingezahlten Betrag, sondern einen festen
Geldbetrag als Rückzahlung an einem bestimmten Tag. Vater Staat macht das
gerne: Der Bund begibt z.B. einjährige und zweijährige
Finanzierungsschätze. Diese Wertpapiere werden am Ende der Laufzeit
mit 1.000 EUR pro Stück ausgezahlt. Kauft man heute einen solchen
Finanzierungsschatz mit einjähriger Laufzeit, so bezahlt man dafür etwas
weniger als 1.000 EUR. Nehmen wir an, ein solches Papier kaufen wir heute
für 970,87 EUR. In einem Jahr bekommen wir dafür dann 1.000 EUR zurück.
Wieviel Prozent Gesamtrendite wird das dann ergeben? Die Berechnung
funktioniert genauso wie oben. Die absolute Rendite ist 1.000 EUR - 970,87
EUR = 29,13 EUR. Was war unsere eingezahlte Summe? Genau 970,87 EUR. Also ist
die Gesamtrendite 29,13 EUR / 970,87 EUR = 0,03 oder 3%.
Warum würde
uns der Bund diesen Finanzierungsschatz aber als 2,913% - Prozenter
verkaufen, wenn er doch 3% Rendite bringt? Der Bund betrachtet die Sache
aus seiner Perspektive. Der Bund bekommt statt der 1.000 EUR nur 970,87 EUR,
das sind 2,913% weniger als 1.000 EUR. Man sagt auch: Der
Finanzierungsschatz wird mit 2,913% abgezinst. Wir hingegen sehen die
Sache andersherum: Wir bekommen am Ende 3% mehr, als wir heute bezahlen.
Man sagt auch: Das investierte Geld wird mit 3% aufgezinst. Es ist eben -
wie so häufig im Leben - eine Frage der Perspektive.
Gehen
wir von folgendem Beispiel aus: Wir kaufen einen zweijährigen
Finanzierungsschatz für 939 EUR. Das ergibt dann nach 2 Jahren bei
Rückzahlung von 1.000 EUR eine absolute Rendite von 61 EUR und eine
prozentuale Gesamtrendite von 61 EUR / 939 EUR = 0,065 oder 6,5% . Das ist
zwar mehr als die 3% von eben, aber es hat ja auch länger gedauert. Für
einen fairen Vergleich müssen wir die jährliche Rendite
kennen.
Betrachten wir noch ein letztes Beispiel: Eine
Bundesanleihe hat eine Restlaufzeit von genau einem Jahr.
Sie ist mit einem Zinskupon von 5% ausgestattet und hat einen Nennwert von
100 EUR. Der Nennwert ist der Betrag, der bei Fälligkeit in einem Jahr
zurückgezahlt werden wird. Die Zinsen werden jedes Jahr ausbezahlt. Auch
am Rückzahlungstag, also jenem Tag an dem wir das Vater Staat überlassene
Kapital wieder erhalten, werden noch einmal Zinsen gezahlt. In einem Jahr
wird diese Anleihe also insgesamt 105 EUR pro 100 EUR Nennwert
auszahlen.
Wir wollen 1.000 EUR in dieser Anleihe anlegen. Nun
stellen wir aber fest, daß die Anleihe zu einem Kurs von 102% gehandelt
wird. Das bedeutet, daß wir für je 100 EUR Nennwert tatsächlich 102 EUR
bezahlen müssen. Wir beißen in den sauren Apfel und bezahlen 1.020 EUR für
1.000 EUR Nennwert. Wieviel Rendite erbringt diese Anleihe? Wir gehen stur
nach Schema F vor und berechnen die absolute Rendite: Das wären
Rückzahlungswert - Kaufpreis oder 1.050 EUR - 1.020 EUR = 30 EUR. Die
Gesamtrendite ist damit 30 EUR / 1.020 EUR = 0,0294 oder 2,94% . Obwohl also
5% "draufsteht" sind wegen des hohen Kurses nur 2,94% "drin".
Der
Steuereintreiber schaut übrigens nur darauf, was draufsteht. Wir müßten
also 5% versteuern, obwohl wir nur 2,94% erhalten haben! Wäre der Kurs
unter 100%, wäre die Gesamtrendite höher als der Kupon. Die Steuer würde
aber auch in diesem Fall nur den Kupon betreffen. Daher sind Anleihen mit
niedrigem Kupon bei Steuersparern beliebt. Aber das nur am
Rande, und wie bei Steuern üblich, muss die Besteuerung von Zinserträgen
immer im Zusammenhang mit der individuellen Einkommenssituation gesehen
werden.
Ein Wort noch zur Warnung: Die Berechnungen werden
komplizierter, wenn man beim Kauf der Anleihe noch Stückzinsen bezahlen
muß und im Verlauf noch Zinsen ausgezahlt bekommt. Wer mehr wissen will, kann sich zu unserer Artikelserie zum Thema Anleihen
durchklicken.
Im
nächsten Schritt werden wir uns der Berechnung der jährlichen Rendite
zuwenden.
Schritt 1: Das 1x1 der Einmalanlagen
Schritt 2: Jährliche
Rendite
Schritt 3: Effektiv statt
nominal
Schritt 4: Anleihen - ein
Beispiel
Schritt 5: Leistet mein Geld
dasselbe wie ich?
Schritt 6: Zeitgewichtete
Rendite
Schritt 7: Woher kommt der
Kontostand?
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