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Schritt 6: Aussteigen oder weitersparen?
Im fünften Teil
haben wir 'klassische' Fonds beschrieben und Alternativen dazu
aufgezeigt. Viele Leser werden sich deshalb die Frage stellen: Sind
klassische Fonds überhaupt zu etwas zu gebrauchen?
Anleger, die
schon seit Jahren in diese Fonds investiert sind und/oder regelmäßig in
einen Fondssparplan einzahlen, sollten jetzt nicht in Panik ausbrechen,
nur weil wir sagen, dass die Wertentwicklung
ihrer Fonds nicht die beste ist. Sehen Sie es lieber positiv: Ein halbwegs
anständig betreuter Fonds hat immer noch mehr aus Ihrem Geld gemacht, als
wenn Sie es dem freundlichen Mann von der Versicherung in den Rachen
geworfen hätten. Bessere Renditen als eine kapitalbildende
Lebensversicherung, die uns von den Versicherungen immer noch als das
Nonplusultra der Altersvorsorge angesungen wird, schaffen Aktienfonds
allemal.
Wir sagen auch nicht, dass man sich von seinen
Fondsanteilen trennen sollte, sondern weisen nur auf interessante und
kostengünstige Alternativen zur Fondsanlage hin. Nicht mehr, aber auch
nicht weniger! Außerdem können auch Fonds recht nützlich
sein.
Was? Nützlich? Sind die jetzt wahnsinnig geworden?
Erst machen sie Fonds schlecht und behaupten dann, man könne trotzdem
etwas mit ihnen anfangen? Gemach, Gemach, wir erklären es ja jetzt: Gerade
für Leute mit geringem Einkommen hat sich Vater Staat etwas interessantes
ausgedacht. Wer regelmäßig in einen Fondssparplan für Vermögenswirksame
Leistungen (VL) einzahlt, bekommt nach sieben Jahren eine schöne Prämie
aus der Staatskasse. Diese kompensiert die Kosten für die
Ausgabeaufschläge und gleicht die im Vergleich zum Index schlechtere
Wertentwicklung aus. Dann lohnen sich diese Fonds wieder. Jede der großen
Fondsgesellschaften bietet mindestens für eines ihrer Produkte
VL-Sparpläne an. Einfach mal bei der
Hausbank oder den Fondsgesellschaften nach VL-Fonds erkundigen.
Neben
den bereits beschriebenen 'klassischen'
Fonds gibt es eine Vielzahl weiterer Fondskategorien. Dazu zählen
u.a.:
• Weltweit anlegende Fonds
Hier wird dem Management
weitgehende Freiheit gelassen, wo es das Geld der Kunden
investiert. Je nach seiner Einschätzung kann es japanische
Software-Aktien, amerikanische Versorger und deutsche Chemietitel erwerben
oder europäische Telekommunikationswerte kaufen. In der Regel streuen
weltweit anlegende Fonds ihr Vermögen über Länder und Branchen.
Kommentar: Diese Fonds verwirklichen die Idee
der Vermögensstreuung wegen der weltweiten Anlagepolitik ohne Beschränkung
auf einzelne Branchen recht gut und könnten deshalb als
Basisanlage in Erwägung gezogen werden, gäbe es nicht Ausgabeaufschlag und Managementgebühr.
Eine Alternative sind hier Zertifikate auf internationale Indizes oder Länder.
Auch Branchenfonds unterliegen
keinen regionalen Beschränkungen. Sie konzentrieren sich bei der
Aktienauswahl aber auf Unternehmen eines einzigen Industriezweigs. Wer dem
Telekomsektor, der Internet-Ökonomie oder der Biotechnologie eine gute
Zukunft vorhersagt, sich aber nicht um die Auswahl von Einzeltiteln
kümmern möchte, ist mit einem entsprechenden Branchenfonds nicht schlecht
bedient. Wer sein Geld in solchen Fonds
anlegt, muss sich darüber im Klaren sein, dass ihre Anteilspreise stärker
schwanken als die "normaler" Aktienfonds. Außerdem sollte man nicht all
sein Geld in eine einzige Branche stecken.
• Regionen - und
Länderfonds
Trauen Sie der koreanischen Wirtschaft einen rasanten
Aufschwung zu? Glauben Sie, in Japan unterinvestiert zu sein? Wollen Sie
mit Aktien aus wirtschaftlich stark wachsenden Ländern (Emerging
Markets) reich werden? Wenn das so ist, findet sich bestimmt eine
Gesellschaft mit einem Fonds, der nur dort anlegt.
Kommentar: Nur wer sich wirklich genau in der betreffenden Gegend
auskennt, sollte Länderfonds kaufen. Für alle anderen gilt: Finger weg!
Nur allzu leicht kann es böse Überraschungen geben.
Nachdem wir
jetzt eine Vielzahl von Fondskategorien kurz beschrieben haben, ist wohl
deutlich geworden, dass wir im Grossen und Ganzen nicht viel von der
Geldanlage in Fonds halten. Lediglich eine Fondskategorie hält unserem
Urteil uneingeschränkt Stand:
Indexfonds.
Fein, fein! Aber wo gibt es solche Fonds? Unsere Verwandten in den USA und Großbritannien können auf ein reichhaltiges
Angebot an Indexfonds zurückgreifen. Sie bilden die wichtigen Indizes
nach, erheben keine Ausgabeaufschläge, und die jährlichen
Verwaltungsgebühren bewegen sich in der Größenordnung von 0,5%. Das ist
ein guter Anfang!
Hinweis: Lassen Sie sich keinen Indexfonds mit Ausgabeaufschlag
andrehen, und achten Sie darauf, dass die jährliche Verwaltungsgebühr
nicht zu hoch ist!
Schritt 1: Einleitung
Schritt 2: Eine gute
Idee, für die man teuer bezahlt
Schritt 3: Fonds gibt es
wie Sand am Meer
Schritt 4: Rentenfonds
für den Lebensabend?
Schritt 5: Aktienfonds
Schritt 6: Aussteigen
oder weitersparen?
Schritt 7: Mischfonds
und Immobilienfonds
Schritt 8: AS-Fonds und
Dachfonds klingen vornehm
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