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Schritt 5: Aktienfonds
Diese Produkte der Fondsgesellschaften sind für uns am
interessantesten. Die Idee, sich schon mit kleinen Beträgen an einem breit
gestreuten Aktienvermögen beteiligen zu können, ist ausgezeichnet. Wer
unseren Grundkurs
besucht hat, hat sicher gemerkt, dass wir trotzdem nicht mit Kritik an
Aktienfonds sparen. Wir sind nämlich der Ansicht, dass die Weisen sich die
Verwaltung unseres Geldes in Aktienfonds viel zu gut bezahlen lassen.
Obendrein erwirtschaften 80% aller Aktienfonds im mehrjährigen Vergleich
Renditen, die unter jenen Index-Messlatten liegen, an denen sich die
Fondsmanager orientieren. Je mehr Gebühren wir entrichten, desto weniger
bleibt für unsere langfristige Vermögensbildung übrig. Deshalb zeigen wir
auch preiswerte Alternativen auf, die obendrein meistens besser sind als
die Konstruktionen der sogenannten Finanzweisen.
Anders als bei Rentenfonds, deren
Hauptertrag die regelmäßige Zinszahlung ist, werden von Aktienfonds
Kurssteigerungen der im Portfolio befindlichen Dividendenpapiere
angepeilt. Wer seine Fondsanteile länger als ein Jahr hält, für den sind
diese Kursgewinne steuerfrei. Die Rechnung geht bei halbwegs guten Fonds
auch langfristig auf, denn bei einer Anlagedauer von vielen Jahren sind
Aktien bekanntlich renditestärker als Anleihen oder Immobilien.
Kurzfristig können die Rücknahmepreise von Aktienfonds jedoch stark
schwanken. Deshalb ist der Kauf von Aktienfonds nur bei einem
Anlagehorizont von mehr als fünf Jahren zu empfehlen.
• Was
bedeutet "Cost-Average-Effekt"?
Besonders beliebt bei Fondsanlegern
sind Sparpläne, die direkt mit den Fondsgesellschaften abgeschlossen
werden: Jeden Monat wird ein bestimmter Betrag vom Girokonto abgebucht,
und dem Depot des Anlegers werden dafür Fondsanteile gutgeschrieben. Egal
ob die Börse gerade steigt oder fällt, es wird immer regelmäßig
investiert. Das ist kein schlechter Einfall, denn der Versuch, nur bei
niedrigen Kursen zu kaufen - der weise Ausdruck dafür lautet Markttiming -
geht meistens schief. Ist der DAX gerade im Keller, gibt's also mehr
Anteile fürs Geld als bei Höchstkursen. So erzielt man im Laufe der Jahre
einen günstigen mittleren Einstiegskurs, was sich positiv auf die
Wertentwicklung des Fondsdepots auswirkt. Warum für diesen simplen
Sachverhalt auch bei uns das englische Fremdwort Cost-Average-Effekt
benutzt wird, ist uns ein Rätsel. Deshalb schlagen wir "Durchschnittskosteneffekt" vor.
• Was taugen
Fondshitlisten?
Aktienfonds sind eine Langfristanlage. Diese Tatsache
kann gar nicht oft genug wiederholt werden. Deshalb kommt es auf die
kurzfristige Wertentwicklung bei der Fondsauswahl nicht an. Meistens ist
es so, dass Fonds, die auf Jahressicht zu den Top-Performern gehören, mit
großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr nicht mehr zu den Besten zählen
werden. Schaut man sich die zahlreichen im Internet oder in Zeitschriften
veröffentlichten Fondshitlisten an, stellt man fest, dass diese
Bestenlisten meistens nur relativ kurzfristige Trends untersuchen. Wichtig
ist aber die Wertentwicklung über Jahrzehnte! Deshalb sollte man sich
nicht allzu sehr von diesen Publikationen beeindrucken lassen. Sie können
bestenfalls als Ausgangspunkt für die weitere Recherche
dienen.
• Das Fondsangebot
Das Angebot an Aktienfonds ist größer als das an Aktien. Deshalb ist es uns unmöglich, alle verschiedenen Arten
hier zu beschreiben. Wir beschränken uns deshalb auf die wichtigsten und
laden unsere Leser ein, sich über die hier nicht erwähnten Produkte untereinander zu
unterhalten. Kommunikation bereichert das Leben.
Hinweis:
Gerade wegen der vielen unterschiedlichen Fondskonstruktionen, ist es vor
dem Kauf von Aktienfonds besonders wichtig, sich mit Hilfe des
Fondsprospektes und des Rechenschaftsberichtes über die Anlagegrundsätze
der Fonds zu informieren.
• Klassische Deutsche
Aktienfonds
Diese Fonds investieren in DAX-Aktien und nehmen auch
gelegentlich Werte aus der zweiten Reihe ins Portfolio auf. Wie wir
bereits in unserem "Anlegergrundkurs" festgestellt haben, schneiden
auf lange Sicht mehr als 80% der Fonds für deutsche Standardwerte
schlechter ab als der DAX. Dies ist für die Besitzer von Fondsanteilen
sehr ärgerlich, da sich die Verwalter trotz der schlechten Wertentwicklung
jährlich hohe Managementgebühren gönnen. Über die Ausgabeaufschläge haben wir bereits informiert.
Alternative: Wir
empfehlen Anlegern, über Indexzertifikate auf den DAX als Basisanlage
nachzudenken. Sie bilden den DAX genau ab und weisen deshalb eine
Performance auf, welche die der meisten Fonds übertrifft. Außerdem werden
für diese Indexzertifikate keine Managementgebühren fällig. Mehr über
Indexzertifikate gibt's im Schritt 9 des Grundkurses.
• Klassische europäische
Aktienfonds
Sie investieren in europäische Blue Chips. Auch für sie
gilt, was wir über deutsche Standardfonds gesagt haben: Die meisten sind
schlechter als der Index.
Alternative: Auch hier
sind unseres Erachtens Indexzertifikate auf den Euro STOXX-Index
oder Euro STOXX 50 vorzuziehen. Mit Zertifikaten fahren Anleger besser als mit
Standardfonds und sparen obendrein Gebühren.
• Klassische
amerikanische Aktienfonds
Sie kaufen vorwiegend in Aktien aus dem
S&P 500, und auch bei amerikanischen Standardwerten kapitulieren die
Fondsmanager regelmäßig vor diesem Index, der die 500 größten
amerikanischen Aktiengesellschaften enthält.
Alternative: Deutsche Anleger, die sich an der US-Börse engagieren
wollen, sind mit Zertifikaten auf den S&P-Index besser
bedient.
Schritt 1: Einleitung
Schritt 2: Eine gute
Idee, für die man teuer bezahlt
Schritt 3: Fonds gibt es
wie Sand am Meer
Schritt 4: Rentenfonds
für den Lebensabend?
Schritt 5: Aktienfonds
Schritt 6: Aussteigen
oder weitersparen?
Schritt 7: Mischfonds
und Immobilienfonds
Schritt 8: AS-Fonds und
Dachfonds klingen vornehm
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