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Erste Schritte zur Geldanlage
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Schritt 9: Besser als die Weisen
War es nicht interessant, Oma Krause und den Profis über die Schulter
zu schauen? Trickreich, wie die Weisen arbeiten! Und noch besser, dass Oma
Krauses gesunder Menschenverstand sie in dieser bösen Finanzwelt überleben
lässt. Natürlich hatte sie etwas Unterstützung: Ferdinand, ihr Neffe,
konnte ihr in den letzten Jahren ein paar wertvolle Hinweise
geben. Sein bester Tipp war: "Kauf doch einfach
den Index!" Er als Fondsmanager muss wissen, was er sagt.
Der DAX
Der Deutsche
Aktienindex DAX ist uns bereits wiederholt begegnet. In ihm sind die 30
größten deutschen Aktiengesellschaften zusammengefasst.
Man kann sich an diesen
Unternehmen beteiligen, indem man ihre Aktien erwirbt. Der Löwenanteil
des Handels an den deutschen Börsen findet mit DAX-Aktien statt. Die Kurse
dieser Papiere werden nach einem Weisen Berechnungsverfahren, über das man
auf der Website der "Deutschen Börse AG" mehr erfahren kann, zu einer
einzigen Zahl, dem DAX, verwurstet. Er dient der interessierten
Öffentlichkeit als ein Maß
für die Entwicklung des deutschen Aktienmarktes. Die meisten in deutsche
Aktien investierenden Fonds haben zum Großteil diese Titel in ihrem
(Vorsicht: Weiser Ausdruck!) Portfolio; manche Fondsmanager kaufen nur
diese 30 Dividendenpapiere.
Den Index kaufen
Wir
erinnern uns, dass 80% der deutschen Fonds auf lange Sicht schlechter
abschneiden als der DAX. Dies gilt insbesondere, wenn wir die
Ausgabeaufschläge und Verwaltungsgebühren berücksichtigen. Wir wollen nun
nicht weiter darüber nachdenken, warum die Weisen schlechter als der
Marktdurchschnitt abschneiden. Oft liefern sie dafür selbst die besten,
immer aber die lustigsten Erklärungen. Unser Ziel war es ja, besser als
sie zu sein.
"Kauf, doch einfach den Index!" hören wir Ferdinand
wieder sagen. Das ist gar nicht so schwierig. Einige Fondsanbieter fragten
sich nämlich: "Wenn wir mit teurem Management schlechter als der Markt
sind, warum basteln wir uns dann nicht einen Fonds, der einfach dem Index
folgt? Wenn sich der Fonds genau wie der Markt entwickelt, haben wir
automatisch den Großteil der Konkurrenz hinter uns gelassen." Der
Indexfonds war erfunden.
Indexfonds
Einige Direktbanken
und Luxemburger Gesellschaften bieten mittlerweile Fonds auf den DAX und
den Europäischen Eurostoxx-Index an. Da diese auf die aktive Verwaltung
des Fondsvermögens verzichten, sondern passiv einen Aktienindex
nachbilden, fallen nur geringe Verwaltungsgebühren pro Jahr
an. Ausgabeaufschläge werden nicht verlangt. Jeder kann Sparpläne für
diese Fonds abschließen und schon für 100 Euro im Monat Anteile kaufen.
Dies ist eine preiswerte Möglichkeit, von der langfristig positiven Entwicklung
der Börsen zu profitieren.
Indexzertifikate
Schon seit Jahren kann man in
Deutschland Finanzprodukte kaufen, die den Indexfonds ähnlich sind:
Indexzertifikate. Sie sind wie Anleihen konstruiert, für die keine Zinsen
gezahlt werden. Ein praktisches Beispiel gefällig? Oma Krause
kauft 100 von der XYZ-Bank aufgelegte DAX-Indexzertifikate. Der DAX steht
zum Kaufzeitpunkt bei 6950 Punkten. Ein Zertifikat steht für ein
Hundertstel des DAX. Was zahlt Oma Krause? Für ihre 100 Zertifikate zahlt
sie genau 6950 Euro (plus Bankgebühren, bei ihrer Sparkasse 1%). Von nun
an kann sie jederzeit erfahren, was ihr Investment gerade wert ist; denn
sie muss lediglich in der Zeitung, im Teletext oder im Internet
nachschauen, wo der DAX gerade steht. Am Ende der Laufzeit des Zertifikats
erhält sie für ihre Papiere genau den Wert des Deutschen Aktienindex
ausgezahlt. Steht dieser bei 7500, gibt es 7500 Euro, und sie hat einen
schönen Gewinn gemacht. Ist der DAX inzwischen auf 5000 gefallen, gibt's
nur fünf Riesen auf die Hand. So einfach ist das! Während der Laufzeit
erhebt die Ausstellerin des Zertifikats keinerlei Verwaltungsgebühren.
Übrigens kann Oma Krause natürlich die Zertifikate während der Laufzeit
immer an der Börse verscherbeln, wenn sie dazu Lust hat.
Einfach
besser als die Profis!
Weil es so schön ist, weiten wir das ganze noch ein wenig geographisch aus. Wer sich auf ausländischen Märkten tummeln will, kann in
Deutschland auch Zertifikate auf alle in der Welt wichtigen Aktienindizes
erstehen. Wenn man zum Beispiel die überwältigende Mehrheit aller
amerikanischen Fondsmanager schlagen möchte, kauft man sich ein Zertifikat
auf den S&P 500, den aus 500 Titeln zusammengesetzten Index von
Standard and Poors für den New Yorker Markt. Ist es nicht herrlich, dass
man als Amateur, der noch nicht einmal für drei Pfennig Ahnung von Aktien
hat, die Weisen so leicht übertreffen kann? Vielleicht ist es ja
entscheidend für die gute Wertentwicklung eines Investments, möglichst
wenig von den Spitzfindigkeiten der Finanzwelt zu
verstehen.
Warum informieren uns die Banken nicht über
Indexprodukte?
Zum guten Schluss können wir uns folgende Bemerkung
einfach nicht verkneifen: Einer der Gründe, dass Indexzertifikate und
Indexfonds keinen sehr hohen Bekanntheitsgrad haben, ist sicherlich, dass
alle Banken, die Zertifikate auflegen, gleichzeitig auch eigene
Fondsgesellschaften besitzen. Würdet Ihr Euren Kunden diese billige
Alternative empfehlen, wenn Ihr gleichzeitig einen Investmentfonds mit
hohen Gebühren verkaufen könntet? Dafür gibt's nämlich mehr Kohle. Deshalb
vertreiben die bankeigenen Fondsgesellschaften wohl auch kaum
Indexfonds.
Nachdem wir nun wissen, wie jeder mit einem IQ von
Zimmertemperatur die Weisen ohne Arbeitsaufwand schlagen kann, kommen wir
zur Zusammenfassung.
Schritt 1: Einführung
Schritt 2: Was bedeutet Geldanlage eigentlich?
Schritt 3: Das Wunder des Zinseszinseffektes
Schritt 4: Ziele setzen und runter mit den Schulden
Schritt 5: Die Legende vom
Lottogewinn
Schritt 6: Kleinanleger an die Börse!
Schritt 7: Vom Umgang mit dem Risiko
Schritt 8: Wie die Weisen unser Geld verwalten
Schritt 9: Besser als die
Weisen
Schritt 10: Zusammenfassung
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