Das dynamische KGV errechnet sich wie folgt:
KGV
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Wachstumsrate
Strapazieren wir noch einmal das Beispiel unserer fiktiven
Internetfirma Netzhoffnung.com: Die Firma hofft, ein jährliches
Gewinnwachstum von etwa 100% erzielen zu können. Wie hoch ist also das
dynamische KGV von Netzhoffung.com?
74
--------- = 0,74
100
Das dynamische KGV beträgt somit 0,74.
Was bringt uns das dynamische KGV? Nun, es ermöglicht uns, jene Unternehmen
zu identifizieren, die im Verhältnis zu ihrem KGV über- bzw. unterbewertet
sind. Dieser Wert ist ein Richtwert, der besagt, dass ein Unternehmen
angemessen bewertet ist, wenn sein KGV in etwa ebenso hoch ist wie der
prognostizierte Gewinn pro Aktie. Dann beträgt der Wert also etwa 1.
Ist er < 1, wie im vorliegenden Rechenbeispiel, heißt das, dass das KGV
kleiner ist als die prognostizierte Wachstumsrate. Je kleiner der
Wert, desto größer das Potenzial einer Aktie, eine Höherbewertung im
Markt zu erfahren. Einige Börsianer haben daher eine besondere
Vorliebe für jene Wachstumswerte, deren dynamisches KGV bei 0,5 und darunter
liegt.
Am besten hat sich diese Bewertungskennzahl bewährt, wenn er bei eher
kleinkapitalisierten Wachstumsunternehmen angewandt wird. Darunter
verstehen wir solche mit einer Gesamtmarktkapitalisierung von unter 1 Mrd.
Euro oder US-Dollar. Bei der Bewertung großkapitalisierter Unternehmen treten häufig
andere Faktoren in den Vordergrund, beispielsweise der Cash Flow und die
Fähigkeit des Unternehmens, die Gewinnerwartungen der Anleger über längere
Zeiträume zu erfüllen.
Das dynamische KGV ist - wie alle anderen Hilfsmittel - ein Werkzeug, um
uns eine Meinung über den Wert eines Unternehmen zu bilden. Oder: Ist das
dynamische KGV attraktiv, mag es sich lohnen, ein Unternehmen näher zu
betrachten und zu überlegen, ob es kaufenswert ist. Nicht mehr, aber auch
nicht weniger.